Der Fondskongress – diesmal digital und leicht gemacht!

Der Fondskongress 2018 in Mannheim steht vor der Tür. Jedes Jahr das gleiche Spiel: Interessenten treffen, Visitenkarten einsammeln, viele Gespräche in einer hektischen Umgebung führen und vermutlich nach kurzer Zeit nicht mehr wissen was man mit wem besprochen hat. Das ist Kongress Alltag. Wer kennt das nicht?

Dieses Jahr gehen wir es bei 2nhct mal anders an. Wir haben ein digitales Kongress-Modell entwickelt. Denkbar einfach in der Bedienung und unglaublich effizient. Die Lösung funktioniert auf dem Desktop und auf der mobilen Umgebung wie Smartphone und Tablet.

Wie im Bild (falls zu klein bitte anklicken) zu sehen, wird z.B. mit dem Smartphone eine Web-Seite geöffnet, über die Adressdaten eingegeben werden können. Es werden mindestens die Anrede (Frau, Herr), Vorname, Nachname und Email-Adresse eingegeben. Zusätzlich können noch Firma, Telefonnummer und eine Notiz gesammelt werden. Der Datensatz wird automatisch (1) an das cleverworks-System übertragen. Im System wartet bereits eine Kampagne auf den Datensatz und verschickt (2) eine “Kongress Gruss”-Email an den Kontakt, den wir hier im Beispiel Herr Peter Pan nennen. Herr Pan hat sich gerade von Ihnen verabschiedet und bekommt innerhalb von wenigen Minuten eine persönliche Email mit dankenden Worten. Wer würde das nicht gut finden und wertschätzen? Zusätzlich hat Herr Pan in Ihrer Email, die Möglichkeit weiterführende Informationen anzufordern. Im Beispiel geben wir ihm eine Auswahl von drei Themen:

  • eine Einladung zum nächsten Event anfordern
  • eine Präsentation als PDF herunterladen und ansehen
  • den letzten Newsletter anfordern

Das Event

Unterstellen wir Herrn Pan, er wäre am VIP-Event interessiert. Hierzu klickt Peter einfach auf das Event-Icon (3) und erhält innerhalb weniger Minuten per Email (4) eine offizielle VIP-Einladung. In der Einladung wird das Event beschrieben. Peter kann gleich entscheiden, ob er per grünem Button teilnehmen möchte oder per rotem Button eher nicht. Das Feedback läuft augenblicklicklich in das cleverworks-System und kann dort automatisiert weiterverarbeitet werden. Auf alle Fälle ist alles gespeichert und kann nicht mehr verloren gehen.

Die Präsentation

Klickt Peter auf das Dokumente-Symbol (5), dann bekommt er per Download die neueste Präsentation zur Strategie, zum Produkt oder zum Service. Herr Pan kann sich diese Datei am Desktop oder auch in der Bahn auf dem Heimweg vom Kongress auf dem Mobile ansehen. Peter wird es Ihnen danken, dass Sie ihn nicht mit Papier belasten, denn das ist ja bekanntlich unhandlich und schwer.

Der Newsletter

Wenn das Event, die Präsentation oder ihr kompletter digitaler Auftritt Herrn Pan überzeugen, dann wird er nicht lange zögern und den Newsletter anfordern. Ein Klick und nach wenigen Augenblicken ist die Email mit der gewünschten Information auch schon in seinem Account. Selbstverständlich für Smartphones optimiert. Peter soll es ja komfortabel auf dem Device seiner Wahl lesen können. Das Besondere, Peter ist jetzt in der Kampagne “Newsletter” angekommen. Er bekommt zukünftig automatisch alle neuen Newsletter.

Modelle, Analytics und Feedback

Der vorgeschlagene Weg ist nur eines von vielen Kommunikationsmodellen. Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt. Sie könnten Peter auch per SMS oder z.B. per Twitter kontaktieren. Das Beste jedoch ist, dass Peters Informationen automatisch im System landen, wo sie nicht mehr verloren oder vergessen werden können. Seine Reaktionen und Feedback werden natürlich auch dort gespeichert. Herr Pans hinterlassene Customer Journey kann analytisch ausgewertet werden.

Kongress-Nachbereitung schon auf dem Kongress erledigt

Im Prinzip haben Sie als Nutzer über die Software Ihre Kongress-Nachbereitung zum Großteil bereits auf dem Kongress erledigt. Bevor Sie den Heimweg antreten sind die Kontakte schon im System und bereits persönlich angesprochen. Einfacher und schneller geht es nicht!

2nhct ist vor Ort in Mannheim

Wir sind in Mannheim auf dem Fondskongress 2018. Probieren Sie unseren Service doch einfach mal unverbindlich aus. Die Beispiele von oben haben wir dabei.

Leseempfehlung

Digitale Kommunikationskanäle im Investment-Marketing richtig nutzen

Die Zahl der Marketing-Kanäle in der Investmentindustrie ist bereits jetzt beachtlich – wie ergänze ich meinen Mix sinnvoll mit den neuen digitalen Kanälen?

Aus unserer Sicht bietet das digitale Marketing sogar die Chance, das ganze Investment-Marketing effizienter zu strukturieren. Dabei betrachten wir in erster Linie die Kommunikation, denn leider lässt sich das Produkt aus regulatorischen Gründen nicht sofort kaufen. Das führt auch zu einem stärkeren Fokus auf die ohnehin stark umkämpften Zielgruppen Wholesale und Institutional. Amazon und Co haben es da leichter.

Digitales Marketing hat dennoch wesentliche Vorteile: Es ist messbar und es ist automatisierbar. Außerdem lässt es sich besser mit den Sales-Kollegen verbinden als etwa Print-Advertising. Wie kann das funktionieren?

Die Grundvoraussetzung sind Inhalte, die entweder zu einer gezielten Kampagne oder zur Positionierung des Unternehmens gehören. Nicht wie gewohnt das Produkt selbst steht im Mittelpunkt, sondern der Mehrwert des Kunden durch die Nutzung des Produkts ist Gegenstand der Kommunikation.

Diese Inhalte werden im Rahmen einer systematisch gesteuerten Kampagne über alle gewünschten Kanäle verteilt, und eben auch digital in Form von E-Mail Kampagnen, Postings in sozialen Netzwerken und auf der Website oder einer gezielten Landing Page. Als Angebot dienen Whitepapers, Blog-Einträge, Studien, Kommentare, Umfragen, Einladungen und Vieles mehr.

Die Reaktion des Publikums kann wie gemessen werden, z. B. wenn eine Interaktion stattfindet. Im Falle von Printwerbung müsste ein Zusammenhang zwischen einem interessierten Anruf und der Anzeige hergestellt werden – im digitalen Umfeld gelingt dies automatisch.

Im Falle der Investment-Industrie sind wir jedoch beschränkt auf eine Adresse, die hinterlassen wird, weil das Produkt nicht direkt verkaufbar ist – alternativ einen Website-Login. Nun lässt sich die Adresse anreichern mit den folgenden Erkenntnissen:

  • Zahl der Zugriffe auf dieselbe Kampagne
  • Verhalten auf der Landing Page oder am Call to Action
  • Weiterer Journey auf der Website, Ausstiegsseiten
  • Abgleich mit sozialen Netzwerk-Profilen
  • Abgleich mit CRM-System: Ist der Interessent schon als Kunde oder Lead bekannt?

Das Ziel der Maßnahme kann unterschiedlich sein. Offensichtlich ist die Generierung neuer Leads. Das trifft vor allem bei Boutiquen und Neueinsteigern im Markt zu. Da das Fachpublikum im B2B-Marketing aber sehr überschaubar ist, ist bei größeren Organisationen jeder schon als Lead erfasst und hat schon einmal irgendein Produkt angesehen.

Wichtiger sind da schon laufende Sales-Prozesse. Grundsätzlich ist Investment-Marketing kein One-Stop-Shop. Gerade im B2B-Bereich kann die Dauer der Entscheidung bis zu 9 Monaten dauern – für Konsumgütervermarkter wäre das ein Grund zur Verzweiflung. So lange befindet sich der potentielle Kunde im „Funnel“, der daher eigentlich eher ein Zyklus ist. So sieht der Zyklus im Investment-Marketing aus:

Wir jedoch nutzen Content und Online-Marketing, um die Flamme am Köcheln zu halten. Daher ist die Verzahnung zwischen Marketing und Sales so wichtig. Wenn Sales es versteht, die Anreicherung der Adressen mit Interessen der Kunden und Leads zu unterstützen, kann die Marketing-Kommunikation auch spezielle Vorlieben clustern und berücksichtigen – wie etwa besondere Interesse, z. B. an China-Investments, oder Rohstoff-Produkten. Leads bekommen zielgerichtet auf sie zugeschnittene Informationen.

Dies lässt sich automatisch bewerkstelligen. Je nach Kundentyp kann auch angeboten werden, dass sich die Kunden die Interessen selbst auswählen können. Die gemeinsame Datenorganisation in Sales und Marketing würde über so genannte Tags geregelt, was zumindest mit den meisten Online- und Cloud-Systemen problemlos möglich ist, wie in einem früheren Beitrag schon beschrieben.

Bei besonders vielen Interessenten oder Leads kommen noch weitere Clustering-Möglichkeiten in Frage, aber dies wird Gegenstand des nächsten Blogeintrages.

Robo Advisors verteuern Investment-Marketing – Handlungsbedarf

Robo Advisors sind in aller Munde. Doch das investierte Vermögen hält sich noch in engen Grenzen: Nicht einmal eine Milliarde europäisches Anlegergeld wurde den Startups in den vergangenen zwei Jahren von den Endanlegern anvertraut. Das ist weit weniger, als die Asset Manager an Zuflüssen einnehmen konnten. Für viele etablierte Asset Manager also kein Grund zur Beunruhigung, sollte man meinen. Einige Gesellschaften experimentieren sogar selbst mit disruptiven Geschäftsmodellen, aber die Versuche sind bislang kaum über das Stadium des Prototyps hinaus gekommen.

Womit die Marketing-Kollegen bei den Asset Managern, Vertrieben, ETF-Anbietern und vor allem Direktbanken aber nicht gerechnet hatten: Die Preise für die digitale Bewerbung von Investmentdienstleistungen sind enorm in die Höhe geschossen.

Ein Klick für das Keyword „ETF investieren“ kostet mittlerweile an die 8 Euro. Wer dahinter keinen unmittelbaren Funnel plaziert, sondern nur etwas Markenwerbung machen oder Nutzer auf die eigene Website lenken möchte (wie etwa Carmignac oder die ETF-Anbieter), muss sein Budget erheblich ausweiten.

Schuld ist der Wettbewerb der Robo Advisors untereinander. Wer sich an das „Zero to One“-Prinzip der Internetlegende Thiel hält, muss möglichst schnell Monopolist werden. Das rechtfertigt aberwitzige Bewertungen und damit die Investments der VC-Unternehmen. Da die Robo Advisors allesamt keine bekannten Marken sind, wird ein Großteil der bei VCs eingeworbenen Mittel in Werbung gesteckt. Die Story wurde von einigen Robos wirklich gut an die Investoren verkauft, und so wurden fast 50 Mio. EUR von Scalable eingeworben, obwohl heute nur 400 Mio. EUR Kundenvermögen verwaltet werden.

Man kann davon ausgehen, dass von den rund 200 Mio. EUR in europäische Robo Advisors investierten Eigenkapitals (nicht Assets under Management!) die Hälfte nur für digitale Werbung ausgegeben wird. Wer von den konventionellen Anbietern hat, bittesehr, ein Marketing-Budget in dieser Größenordnung?

Die Kapitalflut und der Wettbewerb führt zur absurden Situation, dass die Kosten pro Investment-Neukunde auf geschätzte 500 bis 800 Euro ansteigen. Das lässt sich aus den am Markt gängigen Conversion-Rates errechnen. Niemals wird daraus ein profitables Geschäft für einen Robo Advisor, außer der betreffende Robo wird langfristig Marktführer und kann die Preise diktieren. Glauben Sie daran? Die VC-Investoren glauben es, das reicht schon.

Was bedeutet das für etablierte Player?

  • Ausgaben für digitales Branding von Investmentprodukten sind kaum noch zu rechtfertigen. Umgekehrt wird eine eigene Markenbekanntheit natürlich wertvoller. Die eigene, bekannte Brand als Keyword ist viel günstiger als generische Keywords. Markenchaos aus der Vergangenheit (Adig, dit, Activest, DeAM/DAM/DWS und viele mehr) rächt sich jetzt allerdings doppelt.Helfen können digitale Informationsportale, die über (preiswerter zu bewerbende) Spezialthemen Nutzer anziehen. So positioniert man die eigene Marke auf der Agenda. Zum Beispiel altii, JustETF, eeetf oder jüngst AsiaFundmanagers.  Oder Finanzblogger, auch wenn hier die Auswahl noch nicht groß ist.
  • Die Kosten für die Neukunden-Gewinnung bei Banken und Beratern werden immer höher. Das lässt sich in Zahlen nicht nur aus den obigen Schätzungen ableiten. Nein, auch die digitalen Leads, die unabhängige Berater kaufen können, werden immer teurer.Umgekehrt heißt das: Bestandkunden oder zumindest Newsletter-Empfänger werden wertvoller. Die brauche ich nicht mehr eigens mit Klick-Werbung zu akquirieren. Also muss ich meine Digital-Kunden (oder Interessenten) möglichst gut pflegen und bearbeiten. In der Anlage- und Bankenbranche ist Kundenpflege keine Selbstverständlichkeit.Vor diesem Hintergrund macht der Deal von ING-DiBa mit Scalable übrigens überhaupt keinen Sinn: Eine bekannte Marke und einer Rekordzahl von Kunden kapituliert vor dem unbekannten, aber überfinanzierten Robo. Es wäre für die ING-DiBa ein leichtes gewesen, eine eigene Maschine zu konzipieren oder einzukaufen.
  • Die Kundengewinnung abseits der digitalen Kanäle erfährt absurderweise eine Renaissance. TV (Deka), Print, Sponsoring etc. Aber das haben die Robo Advisors auch schon gemerkt.Bleibt also nur eine Frage der Zeit, wann Scalable bei Polo-Turnieren als Sponsor auftaucht, oder von Pro Sieben unterstützt mitten im Spielfilm.Helfen können Kooperationen mit etablierten Reichweiten-Garanten. Der Springer-Verlag kooperiert sicherlich lieber mit Deka, Deutscher Bank, iShares oder Allianz als mit einem unbekannten Robo Advisor ohne Track Record.

Höchste Alarmstufe ist also angesagt bei Vertrieben, Online-Brokern und Direktbanken.

Wer jetzt bei Asset Managern meint, dies betreffe ihn ja gar nicht, weil nur professionelle Kunden angesprochen werden: Denken Sie an MifiDII. Das Buddy-Business mit den Fund Buyers funktioniert bald anders. Das war das klare Ergebnis eines jüngsten Projekts bei  mir. Es werden künftig deutlich weniger Brands in den von den Vertrieben präferierten Vermögens­verwaltungen zu finden sein, und die sollten möglichst bekannt sein. Und da fängt es ja schon an.

 

Jan Altmann

4asset-management

Du musst Dein Ändern leben – wie systematische Kommunikation Ihre Change Prozesse zum Erfolg führt

„Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.“
Heraklit von Ephesus

 

Autos fahren ohne Fahrer, Geldanlagen strukturiert ein Roboadvisor und der Kühlschrank ordert selbst, was an Lebensmittel nachgefüllt werden muss. Sie merken, nie war mehr Wandel wie heute. Schlagwörter wie Digitalisierung und Disruption, Automation und Artificial Intelligence bestimmen zunehmend die Wirtschaft.

Die Wirtschaft? Klingt nach Großunternehmen, nach Warenströmen, nach Transaktionen. Klingt abstrakt. Ist es aber nicht. Hinter all dem stecken Menschen. Stecken wir. Auch wir Menschen verändern uns. Unsere Werte und Bedürfnisse wandeln sich – mit den Herausfordeungen und Möglichkeiten der heutigen Zeit.

Waren nach dem zweiten Weltkrieg vor allem materialistische Werte wichtig, wie: Besitz, Wohlstand oder der Wunsch nach Ordnung und Beständigkeit, so sind heute vor allem postmaterialistische Werte von Bedeutung. Diese umfassen beispielsweise die Selbstverwirklichung, Gesundheit oder die Freiheit.

War früher wirklich alles besser? – Die neue Verhätschelung der Mitarbeiter

Auch im Arbeitsalltag wird dieser Wandel immer sichtbarer. Galten früher noch die typischen Hierarchien – „Ich Chef, du nix!“, soll heute der Mitarbeiter immer öfter im Fokus stehen.

Großunternehmen wie Google oder Facebook haben es vorgemacht: Zufriedene Mitarbeiter fördern die Produktion und damit den Gewinn. So erhalten Beschäftigte dort zum Beispiel kostenloses Essen rund um die Uhr, vom Caterer – nicht aus der Kantine, die Benutzung eines Fitnessstudios ist grundsätzlich kostenlos, es gibt Kuschelecken für den nachmittäglichen „Power-Nap“ oder Spielzimmer für den kurzfristigen Stressabbau.

Für kleine Unternehmen sind solche „Goodies“ natürlich undenkbar. Trotz allem gibt es Wege, die Mitarbeitermotivation und die allgemeine Unternehmensleistung nachhaltig zu verbessern und zu fördern (mehr dazu im unteren Abschnitt).

Kein Grund zu bleiben ist ein guter Grund zu gehen

Fakt ist allerdings, dass die meisten Führungskräfte und Mitarbeiter am Bestehenden festhalten wollen. Veränderung macht Angst. Deutschland ist ein Land der Tradition, wir schätzen das Vertraute. Doch der Markt wartet nicht auf uns, Change-Management sollte ein fester Bestandteil jeder Unternehmensstrategie werden. Sollte! Aber wird es auch? Change als Buzzword hat zwar Konjuktur, doch wie oft bleibt hinter den Kulissen alles beim alten?

Die reine Ausarbeitung der Strategie genügt nicht. Veränderung muss gelebt werden. Dazu müssen alle Beteiligten („Betroffenen“) sie wollen. Diese Bereitschaft steigt, je klarer der Sinn einer Veränderung wird. Den Sinn zu verdeutlichen, ist Führungsaufgabe. Und sie wird in postmaterialistischen Zeiten immer wichtiger: Veränderungen müssen richtig im Unternehmen kommuniziert werden.

Wenn Mitarbeiter neue Werte erfolgreich auf- UND annehmen, wird sich ihr Verhalten ändern. Neue Aufgaben werden mit frischer Motivation und Kreativtität angegangen. Aus „Betroffenen“ werden Beteiligte. Die Veränderung der Unternehmenskultur, der Bearbeitung von bestehenden Regeln und Anpassung der Technik, führt dann zu einem strategischen Wendepunkt und lässt Unternehmen in den Top-Ligen mitspielen.

Doch Vorsicht! Change-Management geschieht nicht von heute auf morgen. Nicht immer wird der Veränderungsbedarf von den Mitarbeitern verstanden und akzeptiert. Die Gefahr besteht, schnell in alte Muster zurückzufallen, wenn nicht ALLE Beschäftigten mitziehen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen braucht es aktives Change-Management.

Alle wollen die Welt verändern, aber keiner sich selbst

Quintessenz, für uns, ist die gelunge Kommunikation. Und zwar nicht irgendeine Form davon, sondern die systemische Kommunikation. Deren Grundverständnis ist die Beachtung aller Komponenten eines Systems, bedeutet also: Die Wahrnehmung von Wechselwirkungen statt linearer Ursache-Wirkung-Ketten und die Wahrnehmung von Veränderungsprozessen statt Momentaufnahmen.

Schon Paul Watzlawick stellte fest: „Man kann nicht nicht kommunizieren“.

Es wird immer kommuniziert, verbal wie auch nonverbal. Systemische Kommunikation baut darauf auf und geht dabei über eine mehr oder weniger isolierte Zielgruppen-Ansprache hinaus: Die Side Effects – die „Lauscher an der Wand“ – werden gezielt mit einbezogen und Botschaften so konsistent gehalten.

Der Schlüssel zum Erfolg ist der Kommunikator selbst: Wer etwas in der Welt ändern will, fängt am besten bei sich selbst an. Denn in jeder Kommunikation sind wir Teil eines Systems. Und Systeme verändern sich, wenn sich eines oder mehrere Elemente neu positionieren. Wem es also gelingt, eine genauere Vorstellung von sich selbst zu bekommen, kann auch seine Wirkung auf das berufliche und private Umfeld untersuchen und dabei bessere und nachhaltigere Ergebnisse erzielen.

Die Vergangenheit ist da, um daraus zu lernen und nicht um darin zu leben

Systemische Kommunikation ist dabei immer lösungsorientiert. Die Vergangenheit zählt nicht, es wird sich auf die Gegenwart und vor allem die Zukunft konzentriert. Der Mensch ist kompetent. Er hat Stärken und Fähigkeiten, die ihm helfen seine Situation, oder generell auch sein Leben zu meistern. Wir sind sozusagen für unser Glück selbst verantwortlich. Manchmal braucht es nur Hilfe, diese Ressourcen offen zu legen.

Die Kommunikation gibt uns hierfür die verschiedensten Wege. In unserem Beratungsalltag haben wir festgestellt, dass die richtige Form der Kommunikation (die systemische), die Selbstorganisationskräfte des Menschen, fördern kann. Gleichzeitig wird der Blick für „das herum“ geschärft und ermöglicht so, den Wandel zu verstehen, zu akzeptieren, und erfolgreich in den beruflichen Alltag zu integrieren.

Sales und Marketing wachsen in Zeiten der Digitalisierung zusammen

Die Digitalisierung ist auch im Asset Management eines der Kernthemen, das immer wieder auf die Agenda kommt. Schließlich gibt es ja jetzt die Robo-Adviser, und Blackrock ersetzt Fondsmanager durch Computer-Algorithmen, und der Hochfrequenzhandel und überhaupt.

Nur im B2B (oder Wholesale)-Vertrieb scheint die Zeit stehen geblieben zu sein – zumindest aus Sicht vieler mir bekannter Asset Manager. Hier werben sehr gut bezahlte Vertriebskräfte um die Aufmerksamkeit und die Mittel einer kleinen Zahl sogenannter Fund Buyers. Diese Fund Buyers findet man in vielen Organisationen, von Versicherungen über Privatbanken, Broker Pools, Dachfonds, Family Offices bis hin zu kleinen Institutionen entscheiden sie über relativ große Mandate für den Einsatz von verhältnismäßig teuren Publikumsfonds.

Sieht man sich das Business genauer an, so ist leicht erkennbar, dass für jedes Land oder jede Region in erster Linie persönliche Kontakte eine große Rolle spielen. Elektronische Kontakte beschränken sich meist auf E-Mails mit Megabyte-schweren Produktpräsentationen in kleiner Schrift. Ungern werden die Kontakte ins Firmen-eigene CRM übertragen.

Spricht man jedoch mit den so genannten Gatekeepern, dann bekommt man leicht den Eindruck, dass die meisten der Fondskäufer den vielen Kontakten gegenüber gar nicht so aufgeschlossen sind und sich viel mehr formalisierte Wege der Ansprache wünschen – oder sich gar hinter ihrer Analysedatenbank verschanzen möchten. Dennoch besteht immer Bedarf an interessanten neuen Angeboten wie etwa internationale Investmentboutiquen, die neu im Markt Fuß fassen.

Schaut man sich die Kundenevents der meisten Asset Manager an, dann sind diese trotz oftmals hochwertiger Sprecher selten gut gefüllt und im Verhältnis zu den Kosten schlecht besucht. Zu den Events der großen Konferenzveranstalter kommen auch meist nur wenige Entscheider – mit wenigen Ausnahmen wie etwa die citywire-Konferenz.

In einem Projekt mit einem mittelgroßen Asset Manager, einem Vollsortimenter, habe ich diese Beziehung hinterfragt und hatte den Auftrag, den Einfluss der Digitalisierung auf den Vertrieb zu prüfen – inklusiver einiger Zielgruppeninterviews. Das Ergebnis waren vier wesentliche Punkte:

  1. Die Ansprache zu Produkten erfolgt künftig zusätzlich stark formalisiert. Die B2B-Entscheider bekommen selbst die Möglichkeit, ihren Informationsbezug zu konfigurieren. Mails und Kontakte erfolgen wesentlich zielgenauer, und außerdem lassen sich Präferenzen ablesen. Dies passiert auf einem ohnehin nur mit Passwort zugänglichen Teil der Website. Sogar Pre-RFP Unterlagen lassen sich so hinterlegen. Zusätzlich wird konsequent mit Anbieter wie InvestRFP zusammengearbeitet.
  2. Die aktive Ansprache zu Marktmeinungen und  Events erfolgt auf der Basis von Persona und Präferenzprofilen. Dabei schätzen die Sales-Kollegen ihre Kontakte ein und ordnen sie Präferenzen und Aktivitätsprofilen zu – die Information wird im CRM standardisiert hinterlegt.
  3. Die Inhalte für die elektronischen Kommunikationsmaßnahmen (Newsletter, Webinar-Einladungen) werden zentral bereitgestellt und mittels einer auf die Profilmuster zugeschnittenen Verschlagwortung effizient verteilt. Die Verschlagwortungen von Kunden und inhaltlichen Maßnahmen sind identisch, so können Sales und Marketing Hand in Hand arbeiten.
  4. Die rein digitalen Absatzkanäle existieren noch so gut wie gar nicht. Dennoch wurden die Robo-Advisors und Fondssupermärkte als digitale Absatzkanäle qualifiziert und werden künftig aktiv betreut.

Zusätzlich könnte man die Präferenzen der Anleger mit einer digitalisierten Potentialschätzung verbinden und Alerts zur Vertriebssteuerung erstellen. Soweit ging das erwähnte Projekt nicht.

Klar wurde auch im Projektverlauf, dass diese Maßnahmen kein Luxus sind. Sobald MiFiDII greift, sind Produkte aufgrund der erforderlichen Transparenz noch viel schwerer im persönlichen Kontakt unterzubringen.

Zur allgemeinen Erleichterung darf gesagt werden, dass die oben beschriebene Maßnahme keine astronomischen Budgets verschlingt. Weder Blockchain noch Artificial Intelligence kommen zu  Einsatz, alles ist mit preislich beherrschbaren Bordmitteln zu bewältigen. Die Technologie dieses Blogs inklusive des Mail-Managements dahinter reicht schon aus. Aufwendig sind die Kundenqualifizierung und die Implementierung der Prozesse durch Sales und Marketing – hier sind Fingerspitzengefühl, Commitment und viel Moderation erforderlich.

Jan Altmann

4asset-management